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Prozessverbesserung in forstlichen Bereitstellungsketten durch zeitgemäße Informationslogistik und die durchgängige Nutzung von Harvesterdaten

Hintergrund

Bei durchgängiger Nutzung von Harvesterdaten in Rundholzbereitstellungsketten sind erhebliche Effizienzsteigerungen zu erwarten, darunter Kostenersparnisse durch verkürzte Durchlaufzeiten und organisatorische Verbesserungen, aber auch eine intensivere Markt- und Kundenorientierung. Im Gegensatz zu beispielsweise den fennoskandinavischen Ländern bleibt dieses Verbesserungspotenzial in Bayern bislang ungenutzt.

Ziele

1.      Entwicklung informationslogistischer Prozesse mit durchgängiger, integrierter Nutzung von Harvesterdaten zur Verbesserung der Effizienz bayerischer Holzbereitstellungsketten

2.      Entwicklung eines ökonomischen Bewertungssystems für die gesamte Bereitstellungskette zur Unterstützung der Entscheidungsfindung für verschiedene Waldbesitzarten bzw. Unternehmen

3.      Validierung der geänderten Prozesse in Beispielunternehmen mit unterschiedlichen Strukturen (Bayerische Staatsforsten, Waldbesitzervereinigungen)

Methodik

Als Fallstudien dienen Holzbereitstellungsketten der WBV Holzkirchen w.V. sowie der Bayerischen Staatsforsten AöR. Im Rahmen eines Business Process Reengineering werden mittels Experteninterviews und Workshops die Ist-Prozesse erfasst und modellhaft in Aktivitäts- und Datenflussdiagrammen dargestellt. Für die Unternehmenssteuerung relevante Leistungskennzahlen werden ermittelt und anschließend ein Werkzeug zur Aufwand-Nutzen-Analyse unter Unsicherheit entwickelt, mit dem die neuzugestaltenden Prozesse kostenrechnerisch bilanziert und bewertet werden können. Gestützt auf die Erkenntnisse aus der Analyse des Ist-Prozesses werden unter Zuhilfenahme von Simulationsmodellen die Soll-Prozesse entwickelt und die zu erwartenden betriebswirtschaftlichen Effekte analysiert. Dabei werden alle Akteure miteinbezogen und  bereitstellungskettenspezifische Voraussetzungen berücksichtigt. Abschließend wird eine Implementierung der Soll-Prozesse im Probebetrieb angestrebt, um einen direkten Vergleich der theoretischen Ergebnisse mit der Praxis anstellen zu können. Während der gesamten Laufzeit wird ein Lenkungsausschuss das Projekt kritisch begleiten und sicherstellen, dass den Interessen aller Akteure Rechnung getragen wird, insbesondere bei der Entwicklung des Soll-Prozesses.

Förderung und Laufzeit des Projekts

Das Vorhaben wird von der Bayerischen Forstverwaltung durch das Kuratorium für forstliche Forschung gefördert. Die Laufzeit des Vorhabens ist vom 01.07.2017 bis zum 31.12.2020.

Kooperationspartner

           Waldbesitzervereinigung Holzkirchen w.V.

           Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V.

           Wahlers Forsttechnik GmbH

           Bayerische Staatsforsten AöR

 

Projektablaufplan

(Grafik für vergrößerte Darstellung anklicken)

Ansprechpartner

Julia Kemmerer, M.Sc.