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Eignung hochmechanisierter Holzernteverfahren für laubholzdominierte Bestände

Hintergrund

Eine im Jahresverlauf frühere Laubholzbereitstellung bietet sich bei zunehmend frostärmeren Wintern und häufiger auftretenden trockenen Perioden im Frühherbst aus Gründen des Bodenschutzes an, zudem bestehen hierfür zum Teil auch finanzielle Anreize. Die Laubholzernte wird bisher weit überwiegend mit motormanuellen Verfahren durchgeführt, wobei diese Arbeit aber als besonders unfallträchtig gilt. Die Ernte von Laubbäumen im belaubten Zustand könnte die Unfallgefahr noch weiter erhöhen. Aus diesem Grund besteht großes Interesse an einer möglichst weitgehenden Mechanisierung der Holzernte auch im Laubholz. Welches Verfahren und welche Maschinenausstattung für die Laubholzernte geeignet ist, wurde bisher nur in geringem Umfang untersucht. Daher besteht Bedarf an einer umfassenden Untersuchung hochmechanisierter Holzernteverfahren hinsichtlich ihrer technischen Produktivität und Wirtschaftlichkeit sowie insbesondere hinsichtlich der Arbeitssicherheit, wobei letztere auch die Abschätzung von Einsatzgrenzen und alternative technische Maßnahmen zur Vermeidung von Gefährdungssituationen miteinschließen sollte.

Ziele

Hauptziel des Vorhabens ist die umfassende Untersuchung und Bewertung hochmechanisierter Holzernteverfahren in Laubholzbeständen nach technischen, ökologischen und ökonomischen Kriterien unter besonderer Berücksichtigung des Arbeitsschutzes.

Das Vorhaben kann in die folgenden Teilziele gegliedert werden:

  • Ermittlung von technischer Maschinen- und Verfahrensproduktivität unter dem Einfluss unterschiedlicher Bedingungen zu verschiedenen Hiebszeitpunkten inklusive Kostenanalyse auf Maschinen- und Verfahrensebene
  • Beurteilung der Arbeitssicherheit der untersuchten hochmechanisierten Arbeitsverfahren innerhalb der ermittelten Einsatzgrenzen im Vergleich zu motormanuellen Verfahren mit Zuhilfenahme innovativer Arbeitsmittel
  • Untersuchung der Bodenpfleglichkeit der verschiedenen Verfahrensvarianten bei jahreszeitlich unterschiedlichen Bodenzuständen
  • Identifikation von verfahrensindividuellen Einsatzgrenzen, Schwachstellen und Weiterentwicklungsansätzen

Methodik

Unterschiedliche Varianten mechanisierter Ernteverfahren werden in mittleren bis starken Laubholzbeständen getestet. Neben der Ermittlung der technischen Produktivität durch Zeitstudien wird dabei die Bodenpfleglichkeit mittels Bodenprüfungen vor und nach den Erntemaßnahmen untersucht. Die Arbeitssicherheit bei den untersuchten Verfahrensvarianten wird beurteilt, wobei insbesondere der Einfluss des Hiebszeitpunktes (Belaubungszustand) berücksichtigt wird. In diesem Zusammenhang soll auch die Eignung einer ferngesteuerten Fällhilfe für den Einschlag von (starkem) Laubholz getestet werden.

Förderung und Laufzeit des Projekts

Das Vorhaben wird von der Bayerischen Forstverwaltung durch das Kuratorium für forstliche Forschung gefördert. Die Laufzeit des Vorhabens ist vom 01.07.2018 bis zum 30.06.2020.

Kooperationspartner

Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)

Ansprechpartner

Dr. Peter Aurenhammer